Im Internet kursieren mittels KI erzeugte Videos und Texte, die den Namen und das Bild von Hans-Werner Sinn missbrauchen, um Anleger auf unseriöse Finanzplattformen zu locken und zu Investitionen und Geldzahlungen zu verleiten. Die Täter lotsen ihre Opfer entweder über Social-Media-Beiträge in WhatsApp-Gruppen, die angeblich von ihm oder seiner angeblichen Finanzplattform betrieben werden, oder auf gefälschte Nachrichtenseiten.
Fake-Medienberichte
In einem am 5. Juli über Social Media Plattformen verbreiteten angeblichen Bericht der BILD-Zeitung wurde Hans-Werner Sinn nach einer Diskussionsrunde mit dem Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, bei Markus Lanz, angeblich vor dem ZDF-Gebäude festgenommen. Er habe in der Sendung das Bankensystem als Bereicherungsmodell auf Kosten des Volksvermögens bezeichnet und eine Investmentplattform angepriesen, woraufhin Sewing aus dem Studio geflohen und Hans-Werner Sinn 37 Minuten nach der Sendung in Handschellen abgeführt worden sei. Die Sendung sei kurz vor Mitternacht gelöscht worden. Fake-Bilder aus dem ZDF-Studio sowie von Demonstranten, die am nächsten Tag für Hans-Werner Sinn vor dem ZDF-Gebäude demonstriert haben sollen, untermalen den "Medienbericht". Außerdem wird Carsten Maschmeyer zitiert, der die von Hans-Werner Sinn angeblich genutzte Finanzplattform ebenfalls anpreist.
Faktencheck-Plattformen von dpa und Correctiv haben diese Meldung als Falschmeldung entlarvt.
Laut BaFin ist die in dem Medienbericht angepriesene Investmentplattform "Fossentix" eine von mehr als 700 nahezu identischen Websites, die damit werben, "dass ihre Plattform mit Hilfe künstlicher Intelligenz den automatisierten Handel mit Finanzinstrumenten ab einer Mindesteinlage von 250 EUR ermöglicht." Ein weiterer Fake-Medienbericht, ebenfalls mit BILD Logo und leicht abgeänderten Text und Bildern, aber mit der gleichen Botschaft, macht Werbung für die Plattform "TFinance". Die Namen sind austauschbar, die Masche die gleiche.
Die BaFin hat auf Ihrer Website eine Liste der bisher bekannten Finanzplattformen veröffentlicht, die ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen anbieten.
WhatsApp-Gruppen
Eine weitere Betrugsmasche besteht darin, Werbe-Posts auf Sozialen Plattformen (z.B. Instagram, Facebook) zu verbreiten, die den Namen und das Bild von Hans-Werner Sinn missbrauchen. Über einen Link laden diese Plattformen Interessierte dazu ein, einer WhatsApp-Gruppe beizutreten, über die Professor Sinn angeblich professionelle Beratung zu Aktienanlagen bietet.
Nach dem Beitritt meldet sich eine Person, die sich als "Hans-Werner Sinn" ausgibt und gezielt Fragen stellt, zum Beispiel zu Investitionserfahrung, verfügbarem Budget und Anlagedauer. Angeblich dienen diese Informationen dazu, ein passendes Investment mit hohen und schnell erzielbaren Renditen zu empfehlen.
Die WhatsApp-Gruppen sind professionell gestaltet und sollen seriös erscheinen. Häufig tritt neben dem vermeintlichen Anlageexperten auch eine angebliche Assistentin auf, mit der die Mitglieder kommunizieren können. Die Gruppennamen variieren und sollen Seriösität ausstrahlen, z.B. "Börsenstrategen 83", "Bulls Bears Investing". Manchmal werden auch Namen anderer bekannter Personen aus der Finanzbranche verwendet, um Vertrauen aufzubauen.
Auch über diese Betrugsmasche klärt die BAFin auf Ihrer Website auf.
Bitte seien Sie wachsam. Prof. Sinn ist nicht in der Finanzberatung tätig, und er ist auch nicht an Chat-Gruppen beteiligt. Bitte melden Sie verdächtige Inhalte bei der Polizei.