Basar-Ökonomie / Pathologischer Exportboom

Nach der Basar-Hypothese sinkt die Fertigungstiefe in der Produktion, weil immer mehr Wertschöpfung in die kundennahen Endstufen der Produktion verlagert wird, wo weniger arbeitsintensiv produziert wird und die Firmen eher in der Lage sind, dem internationalen Niedriglohnwettbewerb zu widerstehen. Die Basar-Hypothese sagt nicht, dass die Wertschöpfung im Export wegbricht, sondern dass relativ zur Wertschöpfung immer mehr Material durch die Firmen geschleust wird, was die Exportmengen aufbläht. Im Verlauf der intensiven Diskussion, die sich um den Bestseller Ist Deutschland noch zu retten? entsponnen hat, wurde die Hypothese entwickelt. Den Begriff selber verwendete Hans-Werner Sinn zum ersten Mal am 15. November 2003 in seiner Deutschland-Rede bei der Stiftung Schloss Neuhardenberg.

In Die Basar-Ökonomie entwickelte Sinn die Theorie des „pathologischen Exportbooms“, nach dem Deutschland sich überspezialisiert und zu Lasten der Binnensektoren zu viel Wertschöpfung im Export konzentriert, also die Wertschöpfung im Export übermäßig rasch ausdehnt. Da der pathologische Exportboom durch starre Löhne ausgelöst werden kann, die nicht auf die internationale Niedriglohnkonkurrenz reagieren, liegt hier eine Überspezialisierung vor, die wohlfahrtsmindernd wirkt.

Videopräsentationen und Veranstaltungsmitschnitte

„Der kranke Mann Europas: Diagnose und Therapie eines Kathedersozialisten“, Deutschlandradio, Dokumente und Debatten, Vortragsreihe 'Deutsche Rede', 15. November 2003 (Video).

Nicht-referierte wissenschaftliche Monographien

Die Basar-Ökonomie. Deutschland: Exportweltmeister oder Schlusslicht?, Econ Verlag: Berlin 2005, 249 S. (zwei gebundene und eine Taschenbuchauflage bei Econ, eine Taschenbuchauflage bei der Bundeszentrale für politische Bildung; Hörbuch bei Radioropa, 2005), drei Auflagen. Zu Amazon.

 

 

Ist Deutschland noch zu retten?, Econ Verlag: München 2003, 496 S. (8 gebundene Auflagen; 1. bis 4. Taschenbuchausgabe Ullstein: Berlin seit 2005, ein Hörbuch bei Radioropa, 2005; eine koreanische Auflage bei Kachi Publishing, 2007). Zu Amazon.

Kleinere, nicht-referierte wissenschaftliche Monographien

Basar-Ökonomie Deutschland. Exportweltmeister oder Schlusslicht?, Sonderheft ifo Schnelldienst 58, Nr. 6, April 2005, 42 S. (Download, 4.4 MB).

Aufsätze in referierten Fachzeitschriften

„The Pathological Export Boom and the Bazaar Effect. How to Solve the German Puzzle“, The World Economy 29 (9), 2006, S. 1157-1175; (Download, 309 KB); CESifo Working Paper Nr. 1708, April 2006; (Download, 200 KB).

„Foreign Direct Investment, Political Resentment and the Privatization Process in Eastern Europe“ (zusammen mit A. Weichenrieder), Economic Policy 24, 1997, S. 179-210; (Download, 1.3 MB); CESifo Working Paper Nr. 129, 1997.

Politikbeiträge in Zeitschriften und Sammelbänden

„Der pathologische Exportboom", ifo Schnelldienst 59, 2006, Nr. 1, S. 3-4 (Download, 170 KB).

Kürzere Politikbeiträge und Tageszeitungsartikel

„Eine Antwort an die Kritiker", Handelsblatt, 21. Januar 2015, S. 14.

„Falsches Geschäftsmodell"Wirtschaftswoche, 22. Juni 2009, Nr. 26, S. 38.

„Deutschland fungiert in der Krise als "Stoßdämpfer der Welt""Wiwo.de, 20. Juni 2009.

„Die dunkle Seite des Exportbooms“Die Zeit, Nr. 5, 25. Januar 2007, S. 26.

„Vom Ideal ganz weit entfernt“Handelsblatt, 16. Mai 2006, S. 22.

„Pathological Export Boom and the Bazaar Effect“Leverhulme Centre for Research (Newsletter Winter 2006), 15. Februar 2006.

„Basarökonomie brandgefährlich für Arbeitsmarkt“Wasserburger Anzeiger, 4. Februar 2006, S. 31.

„Keine Argumente“Welt am Sonntag, 30. Oktober 2005, S. 28.

„Germany's Pathological Export Boom“ (Deutschlands pathologischer Exportboom) (s. Project Syndicate Oktober 2005), in den jeweiligen Landessprachen auch in: Les Echos (Mali), The Australian Financial Review (Australia), The Financial Express (India), The Financial News (Südkorea), The Edge (Malaysia), The Straits Times (Singapur), Taipei Times (Taiwan), The Nation (Thailand), Kazakhstan Monitor und Kapital (Kasachstan), L´Echo (Belgien), Financial Mirror (Zypern), Borsen (Dänemark), Aripaev (Estland), Vilaggazdasag (Ungarn), Logos Press (Moldawien), Diario Economico (Portugal), Dilema Veche (Rumänien), Sme (Slowakei), L´Agefi (Schweiz), Al Eqtisadiah (Saudi Arabien), Aripaev (Estland).

„Arbeiter sind die Verlierer“Welt am Sonntag, 16. Oktober 2005.

„Die Industrie wandert ab“Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16. Oktober 2005, S. 42.

„Lohnkosten sind das zentrale Problem“Welt am Sonntag, 9. Oktober 2005.

„Basareffekt und pathologischer Exportboom“Financial Times Deutschland, 6. Juni 2005, S. 26.

„Pathologischer Exportboom“Süddeutsche Zeitung, 3. Mai 2005, S. 21.

„Lösen Sie mit am deutschen Rätsel“Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 82, 9. April 2005, S. 42.

„Das Exporträtsel“Süddeutsche Zeitung, Nr. 252, 29. Oktober 2004, S. 24.

„Basarökonomie Deutschland“Financial Times Deutschland, Nr. 182, 17./18./19. September 2004, S. 38.

Zeitungsinterviews und Gespräche (seit 2002)

„Weg aus der Arbeitslosigkeit?“, Wirtschaft- Das IHK-Magazin München, Nr. 3/2006, 21. März 2006, S. 32.

„Mit Österreichs Löhnen wettbewerbsfähig“, Der Standard, 12. Januar 2006, S. 17.

„Das Buch provoziert“, Manager Magazin, Nr. 12/2005, 18. November 2005, S. 216.

„Wir haben die neunziger Jahre nicht für Reformen genutzt“, Süddeutsche Zeitung, 21. Juni 2005, S. 22.

„Wie auf einem Basar“, Tagesspiegel, Nr. 18369, 25. Januar 2004, S. 24.

„Basar-Ökonomie ohne Arbeit“, Wiesbadener Kurier, Nr. 20, 24. Januar 2004, S. 27.

„4,5 Millionen Verlierer“Die Zeit, Nr. 1, 22. Dezember 2003, S. 28.

„Auf dem Weg zur Basar-Ökonomie“, Börse Online, 13. November 2003, S. 60-61.

ifo Standpunkte

ifo Standpunkt Nr. 152: Weltmeister beim Kapitalexport, 12.03.2014.

ifo Standpunkt Nr. 107: Das falsche Geschäftsmodell, 01.07.2009.

ifo Standpunkt Nr. 65: Pathologischer Exportboom und Basar-Effekt, 04.05.2005.

ifo Standpunkt Nr. 57: Das Exporträtsel, 10.11.2004.

ifo Standpunkt Nr. 50: Basar-Ökonomie, 18.12.2003.