Politische Union

Europa hat eine Wirtschafts- und Währungsunion gebildet, ohne sich zugleich zu einer politischen Union zu entwickeln. Diese Asymmetrie hat zu schweren Defekten im Geldsystem geführt, die sich letztendlich in inflationären Wirtschaftsblasen der südeuropäischen Staaten niederschlugen, durch die diese Länder ihrer Wettbewerbsfähigkeit beraubt wurden. Bevor nun die Vergemeinschaftung der Geldbörsen durch eine Fiskalunion fortgesetzt werden kann, sollte die EU erst einmal die dringend nötige politische Union schaffen. Dafür können die USA und die Schweiz als Vorbilder dienen. Es bedarf eines gemeinsamen Rechtssystems, einer gemeinsame Armee zur Verteidigung nach außen und einer zentralen Gewalt, die die Nettozahler bei der Stange hält und die Nettoempfänger von Leistungen zu einem regeltreuen Verhalten zwingt.

„Lösung für Europa” (zusammen mit Michael Hüther), Süddeutsche Zeitung, 27.02.2016, S. 24.

ifo-Chef Sinn: „Es kann kein vereinigtes Europa geben mit 28 separaten Armeen“focus.de, 27. Dezember 2015.

„Die politische Union und die ISIS-Attacken“ (Can the Islamic State Unify Europe?), (s. Project Syndicate November 2015).

The Euro Trap. On Bursting Bubbles, Budgets, and Beliefs, Oxford University Press 2014, Kapitel 9: „Rethinking the Eurosystem“, Abschnitt: „The Path towards Unity“, S. 353-359 (Download). Zu Amazon.

 

 

Gefangen im Euro, Redline 2014, Teil III: „Europa nach vorne denken“, S. 168-171 (Download). Zu Amazon.

„Die Europäische Fiskalunion“, Perspektiven der Wirtschaftspolitik 13 (3), 2012, S. 137-178 (Download, 604 KB). Ebenfalls erschienen als: „Die Europäische Fiskalunion“, Ifo Working Paper Nr. 131, Juli 2012 (Download, 403 KB).

ifo Standpunkte

ifo Standpunkt Nr. 138: Ein Bündnis der Ungleichen, 10.10.2012.